Als ich ein Kind war, dachte ich, eine gute Künstlerin sei jemand, der die Realität perfekt abbilden kann. Je mehr ein Bild einem Foto ähnelte – desto größer war meine Begeisterung.
Aber heute weiß ich, dass Kunst nicht nur Technik ist. Es ist eine Art, über Dinge zu sprechen, die sich nicht in Worte fassen lassen.
Abstraktion gibt mir diese Freiheit.
Es ist ein Raum für Emotion, Bewegung, Stille und Fragen.
Du musst nicht wissen, „was es darstellt". Es reicht, wenn du etwas fühlst.
Ich habe den Eindruck, dass Menschen, die der Kunst nahestehen, natürlich von Abstraktion angezogen werden – weil sie darin nicht Chaos, sondern Sinn sehen.
Aber ich glaube, es ist eine Sprache, die jedem zugänglich ist, der sich für Interpretation öffnet.
In meinen Arbeiten – den intuitiveren wie auch denen mit klarer Struktur – suche ich diesen Raum zwischen „ich weiß" und „ich fühle".
Und nichts bereitet mir größere Freude, als wenn jemand in meiner Arbeit etwas völlig anderes sieht als ich selbst.
Abstraktion muss nicht schwierig sein. Sie muss wahr sein.
Und vielleicht komme ich genau deshalb immer wieder zu ihr zurück.


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